Ein Mal in 10 Jahren

Geschrieben von Mark Domke.

[1. Herren]

Im entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Sachsenliga standen sich in der Landesliga die 1. Mannschaft vom TSV 1862 Radeburg und die Oberliga Reserve vom SV Dresden Mitte 1950 gegenüber. Die Tabellenkonstellation war so, dass den Radeburgern nur ein Sieg die Tabellenführung bringen würde.

Beide Mannschaften mussten auf einen Stammspieler verzichten. Schon bei der Auswahl der Reservespieler wurde deutlich, dass beide Vereine unbedingt aufsteigen wollen, denn mit Erik Noack (Sportschule Dresden) und Markus Hoffmann ( Nr.1 von Radeburg 2) wurde der jeweils bestmögliche Ersatz ausgewählt.

Um 14 Uhr ging es los mit den Doppeln. Und hier sollte schon außergewöhnliches passieren. Milan Vesely und Ronny Gursinsky wurden dieses Mal als Doppel 1 aufgeboten und konnten die Kombination der beiden Dresdner Sportschüler Mindergasov/Noack sicher schlagen. Die Radeburger boten dabei teilweise traumhaftes Tischtennis. Marc Schäfer und Eric Laubert als Doppel 2 schafften gegen das Spitzendoppel der Dresdner das erste Break. Stark wie die beiden das bisher ungeschlagene Doppel von Dresden Mitte in die Schranken weisen konnte. Das verstärkte Doppeltraining der letzten Wochen hatte sich für die Radeburger durch die 2-0-Führung schon ausgezahlt. Zum Abschluss traten die nicht eingespielten Kombinationen Domke/Hofmann für Radeburg und Kilian/Mindergasov A. an. Und dieses Spiel war letztendlich symbolisch für den gesamten weiteren Spielverlauf. Während die Radeburger um jeden Punkt kämpften, bissen und zusammen mit der Halle jubelten, fanden die Dresdner nie zu einem gemeinsamen Spiel, einer gemeinsamen Strategie. Folge war ein 3-0 für die Radeburger. Nach den Doppeln also die optimale Ausgangslage.

Nun galt es diesen Vorsprung zu verteidigen. Aber die Radeburger waren nun wie im Rausch. Milan Vesely und Eric Laubert fegten ihre Gegner vom Tisch. Ronny Gursinsky musste nach 2 überragenden Sätzen doch noch in den Entscheidungssatz und kämpfte aber auch den nach Hause. Wieder hatte der Radeburger mehr Willen gezeigt. 6-0. Marc Schäfer und Mark Domke mussten die Klasse ihrer Gegner anerkennen. 2 Punkte für Dresden. Zum Abschluss der ersten Einzelrunde zeigte Markus Hoffmann wiederum mehr Kampf, mehr Wille und mehr Biss als sein Kontrahent und sorgte für den 7-2 Zwischenstand. Die Vorentscheidung war gefallen. Die Frage war, ob Dresden Mitte noch einmal zurückschlagen konnte. Auszuschließen war das nicht, denn die spielerische Klasse haben die Elbestädter allemal.

Zu Beginn der 2. Einzelrunde beendeten Milan Vesely und Eric Laubert alle Träume der Dresdner. Beide gewannen ihre Einzel mit viel Herz und großer taktischer und spielerischer Klasse. Riesen Jubel beim Matchball von Eric Laubert, dem es vorbehalten war, den Siegpunkt zu machen. Die 4 folgenden Partien waren ein Schaulaufen. Marc Schäfer zauberte einmal mehr ein paar klasse Bälle auf den Tisch. Ronny Gursinsky bewies in seinem Spiel gegen Mindergasov A., dass er der beste Spieler im mittleren Paarkreuz ist. Mark Domke siegte gegen einen sichtlich niedergeschlagenen Gegner. Lediglich Markus Hofmann musste sich gegen den an diesem Tag stärksten Spieler von Dresden Mitte geschlagen geben. Endstand 12-3 für Radeburg.

Ein solch klares Ergebnis hatte Niemand erwartet. Und dass ein Spitzenspiel um den Aufstieg 12-3 ausgeht, kommt wahrscheinlich ein Mal in 10 Jahren vor. Es war schön zu sehen, dass nicht nur Training, sondern auch mannschaftliche Geschlossenheit und Zusammenhalt zum Erfolg geführt haben, und zwar nicht nur in diesem Spiel, sondern gerade in der Hinrunde mit den zahlreichen personellen Ausfällen.

Im letzten Spiel am 12.04. in der heimischen Halle gegen den Tabellenvorletzten Pulsnitz darf nun nichts mehr anbrennen und der Aufstieg in die Sachsenliga ist gelungen. Die Planung für die neue Saison kann also beginnen. Die Mannschaft wird im Kern so erhalten bleiben. Um in der Sachsenliga zu bestehen, wird allerdings eine Verstärkung nötig sein.

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